
Homo Faber
Theater |
Schauspiel
nach dem gleichnamigen Roman von Max Frisch
Bühnenfassung von Alexander Vaasen; Landestheater Detmold
Auf einer Schiffsreise nach Europa verliebt sich der Ingenieur Walter Faber in die junge Elisabeth und bietet ihr an, sie auf einer Auto-Stopp-Reise nach Athen zu begleiten, wo „Sabeths“ Mutter lebt. Bereits in Avignon kommt es zur ersten Liebesnacht des ungleichen Paares. Obwohl der wissenschaftsgläubige Faber bald erfährt, dass Sabeth die Tochter seiner Jugendliebe Hanna ist, verdrängt er die Möglichkeit, dass Sabeth seine eigene Tochter sein könnte. Kurz vor Athen kommt es zur Katastrophe: Von einer Schlange gebissen, stürzt Sabeth mit dem Kopf auf einen Stein. Doch im Athener Krankenhaus, wo der Schlangenbiss behandelt wird, versäumt Faber in seiner emotionalen Überforderung, den Ärzten von Sabeths Sturz zu berichten. Nach der Injektion eines Serums gegen Schlangengift ist Elisabeth scheinbar aufdem Weg der Besserung, stirbt jedoch unvermittelt an den unbehandelten Kopfverletzungen. Die tragische Konsequenz: Der unwissend begangene Inzest fordert sein moralisches Opfer. Nach Erscheinen des Romans im Jahr 1957 entwickelte sich „Homo Faber“ rasch zum Bestseller und wurde in viele Sprache übersetzt. Er gehört zu den meistgelesenen Werken des 20. Jahrhunderts. Der Titel des Werkes charakterisiert bereits die Grundthematik: Walter Faber ist der Typ eines rationalitätsgläubigen, diesseitsorientierten, modernen Menschen, dessen technologisch-mathematisches Weltverständnis blind macht für all die Dinge im Leben, die sich der Berechenbarkeit entziehen – für Stimmungen, Liebe, Religion, Kunst, Schicksal, Fügungen.

So stellt der Klassiker-Roman Fragen, die im Lichte heutiger virtueller „Wirklichkeiten“ aktueller denn je sind: Wieviel Kontrolle haben wir tatsächlich über unser Leben? Ist das, was wir als berechenbare Wirklichkeit ansehen, nicht eine Verengung der Fülle des Lebens, dessen Hintergründigkeit und letztliche Unerforschlichkeit von vornherein ausgeblendet werden? Was geschieht, wenn die vermeintliche Logik unseres Daseins sich als Selbsttäuschung erweist und an den Wendungen des Schicksals zerschellt?
Die Detmolder Inszenierung will die„tiefgehenden Fragen des Romans lebendig werden lassen“ und verspricht einen intensiven Theaterabend, der die Zuschauer zum Nachdenken anregt. Wir freuen uns darauf!
„Tobender Applaus bei der Premiere
von „Homo Faber“!“
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Eintrittspreise:
Nichtmitglieder | 25,00 € |
Mitglieder | 22,00 € |
Schüler / Studenten | 8,00 € |